Ausgabe #9 vom

Von Nibelungen und schwarzen Männern

Beobachtungen aus dem Kölner Theateralltag

SEBASTIAN SCHRÖDER

Der deutsche Nationalismus war schon immer eine widersprüchliche Angelegenheit. Weil die Deutschen als solche noch gar nicht so lange existieren, mussten ihre Vorgänger – die Preußen, Schwaben, Bajuwaren etc. – sich eine Abstammungslehre ausdenken, die den Ursprung der deutschen Nation in die „teutonischen Wälder“ (Marx) zurückverlegt. Je weniger die Deutschen als Deutsche und so mehr sie als Preußen et al. dachten und handelten, desto drängender war das Bedürfnis, einen gemeinsamen Feind zu haben, der die verschiedenen Stämme als nationale Schicksals- und Kampfgemeinschaft vereinigen könnte. Dafür bot sich zunächst der „verwelschte“ Franzose, später vor allem der Jude an, den man verdächtigte, einen Staat im Staate gründen zu wollen und somit die Einheit der Nation zu hintertreiben. Ein klassischer Fall von Projektion, der sich auch in unzähligen Theaterstücken und Volksliedern Ausdruck verschaffte, die noch heute als wichtige Kulturgüter gelten.

Doch so richtig gelang es nie, eine einheitliche Identität herauszubilden, die über eine politische Einheit hinausgegangen wäre. Gerade weil die Deutschen niemals grundlegend zivilisiert wurden, d. h. sich niemals in einem radikalen Sinne von der provinziellen Stammesordnung gelöst haben, muss das einigende Feindbild stetig reproduziert werden. Hierin liegt auch der Grund dafür, dass die Stadtbewohner, die in einem wesentlich anonymeren Raum leben, in der Regel deutlich kosmopolitischer denken als irgendwelche Landeier, die schon seit Jahrhunderten in der heimatlichen Scholle verwurzelt sind. Dennoch halten sich auch in Städten so genannte Mentalitäten äußerst hartnäckig, wie an der berüchtigten „Berliner Schnauze“ auch empirisch zu beobachten ist. In Köln dagegen versteht sich der durchschnittliche Einheimische als „rheinische Frohnatur“, der lässig in den Tag hinein lebt, getreu dem Motto „Et kütt wie et kütt“. Der Kölner ist stolz auf seine Toleranz, seine Weltoffenheit, obwohl diese in einem eigentümlichen Kontrast zum Veedelsmief steht, der am liebsten die ganze Welt in „Jecken“ verwandeln würde. Das hat bisweilen auch Vorteile, wie etwa den, dass Schwule und Lesben sich in Köln weitgehend problemlos öffentlich zu ihrer sexuellen Orientierung bekennen können, wenn sie das für notwendig halten, hat aber den Nachteil, dass der Durchschnittskölner sogar noch dem fiesesten Islamisten „een Bützje“ (es handelt sich hierbei um die verkölschte Version des herkömmlichen Kusses) aufdrücken möchte, also so tolerant ist, dass er gestandene Feinde jedweder Fröhlichkeit nicht als solche erkennt.

Die Ideologie und Praxis des Multikulturalismus scheint Köln auf den Leib geschnitten zu sein. Denn wo „jede Jeck anders es“, sind noch längst nicht alle gleich, vielmehr werden gerade die so genannten Kulturen als ganz besonders schützenswert betrachtet, weshalb man ihrer gedenkt und sich vor ihnen verneigt, indem man sich an Karneval in die Kostüme des Arabers, Indianers, Eskimos etc. pp. wirft. Die Verkleidung ist nichts bloß Äußerliches, sondern dient der Identifikation mit dem scheinbar Fremden und Exotischen, das man als solches erhalten möchte, um wenigstens einmal im Jahr in es eintauchen und dabei sämtliche Bindungen vergessen zu können. Eine, um mit Kant zu sprechen, „Sehnsucht, die die Robinsone und die Reisen nach den Südseeinseln so reizend macht, überhaupt aber den Überdruß beweiset, den der denkende Mensch am zivilisierten Leben fühlt“. [1] Die Existenz anderer Kulturen dient als Beweis der eigenen Toleranz und darf deshalb nicht nur im stillen Kämmerlein ihren Raum haben, sondern muss auf die Bühne der Öffentlichkeit gebracht werden. Dazu dienen nicht nur Multikulti-Events und antirassistische Kleinkunstfestivals, sondern auch das ganz herkömmliche Theater, das als Domäne des Bürgertums in besonderem Maße die Bedürfnisse des spätkapitalistischen Subjekts zu bedienen weiß.

Das lässt sich an der Arbeit von Karin Beier, die seit Oktober 2007 das Schauspiel Köln leitet, veranschaulichen. Sie übernahm ein Haus, nach dem in den Jahren zuvor nicht mehr so recht ein Hahn krähen wollte und heimst – frei nach dem Motto „Wir sind Deutschland, aber Multikulti“ – bereits im ersten Jahr ihrer Intendanz Auszeichnungen über Auszeichnungen ein, wie beispielsweise eine Einladung zum renommierten Berliner Theatertreffen. Sie hat laut eigener Aussage die Vision eines Theaters, „das Deutschland heute repräsentiert“. [2] Und das bedeutet: Die Aufmotzung des alten, völkischen Nationalismus zur interkulturellen Gemeinschaft, in der jeder seinen von Geburt an fest zugewiesenen Platz hat, muss als fortschrittlich und weltgewandt präsentiert werden. Deshalb wird dem Theaterinteressenten im Kölner Schauspielhaus an jeder noch so aberwitzigen Stelle die klebrige Bewunderung des scheinbar Fremden aufs Brot geschmiert. Betritt der Gast die Eingangshalle, leuchtet ihm der Schriftzug „Schauspiel Köln“ in weißen Lettern mit kyrillischem „E“ und durchgestrichenem, skandinavischem „Ö“ entgegen; in nahezu jedem Interview mit jedem erdenklichen Provinzblatt verweist Beier stolz auf die vielen Migranten im Ensemble, auf die multikulturelle Stadt usw. usf. [3] In dem Stück Kölner Affäre, das „normale, alltägliche Menschen […] aus dem Kölner Leben“ [4] in den Mittelpunkt rücken will – was ohnehin schon dem völlig unkünstlerischen Bedürfnis entspringt, die Nöte und Sorgen des kleinen Mannes „abzubilden“ – , kommt dementsprechend auch gar kein FC-Fan Kalle aus Köln-Porz mehr vor, sondern nur noch die Ukrainerin Nastassia oder der russische Buddhist Juri. Nicht, dass etwas dagegen spräche, Nastassia und Juri zu Protagonisten eines Stückes über den Kölner Alltag zu machen, doch die demonstrative Verdrängung der autochthonen Deutschen lässt doch so etwas wie ein kulturalistisches Bedürfnis hervortreten, das nur gestillt werden kann, wenn die Realität ausgeblendet und eine Scheinwelt kreiert wird. In dieser Scheinwelt, die nur den Erfordernissen der seelischen Ökonomie der Intendantin gehorcht, spielen die Schauspieler keine Rollen, sondern agieren als lebende Verkörperungen der ihnen zugeschriebenen kulturellen Schablone. Beier betont zwar stets, dass bei ihr Schauspieler verschiedener Herkünfte eben nicht eine Inkarnation derselben, sondern andere Rollen spielen sollen und freilich nur wegen ihrer Qualität und nicht wegen ihrer Herkunft verpflichtet würden. Doch in Wahrheit verhält es sich genau anders herum: „Ohne meinen Migrationshintergrund wäre ich sicher nicht angesprochen worden“, findet der türkischstämmige Schauspieler Baki Davrak, der für das Ensemble des Kölner Schauspielhauses engagiert wurde. „Dabei war mir das Migrationsgedöns erst mal egal.“ [5]

Davrak kann einem Leid tun, denn er hat nicht nur eine notorisch antirassistische Intendantin vor der Nase, sondern auch unter seinen Kollegen sind einige, die mit zweifelhaften Arbeiten aufgefallen sind: so wirkten neben Beiers Ehemann Michael Wittenborn die Ensemblemitglieder Albert Kitzl und Murali Perumal in dem 2003 veröffentlichten Spielfilm September mit, in dem diejenigen, die Partei für Israel ergreifen und die Taten der moslemischen Terroristen verurteilen, als reaktionäre Rassisten dargestellt, ein jüdischer Lehrer dagegen, der über einen Angriffskrieg gegen den jüdischen Staat nachdenkt, als mutiger Held präsentiert wird. Kitzl und Perumal betraten die Kölner Bühne erstmals in Christian Weises Inszenierung von Volpone. Gegeben wurde nicht das rund vierhundert Jahre alte Original von Ben Johnson, sondern eine Neufassung des Autorenkollektivs Soeren Voima. „Geld ist Gott“ lauteten die ersten Worte des Remakes, die schnell klar machten, dass man an diesem Abend Kapitalismuskritik eher auf Stammtischniveau, denn als Anregung zur Subversion serviert bekommen würde. Johnsons Kniff, die auftretenden Figuren mit Tiernamen, die aus der antiken Fabel entlehnt sind, zu versehen, wurde in der Neufassung modifiziert: Aus dem habgierigen Venezianer Corbaccio (zu deutsch: Krähe) etwa wird der habgierige Jude Wolfowitz, der seine Mitmenschen – den arabisch aussehenden Pfleger etwa – als Antisemiten beschimpft.

Als Terroristenversteher und Islamverfechter ist auch Feridun Zaimoglu bekannt [6], der von Beier um eine Auftragsarbeit gebeten wurde. Schattenstimmen heißt das Stück, das die Schicksale illegaler Einwanderer thematisieren will. Diese sind bei Zaimoglu gern Diebe oder Prostituierte, gewalttätig, ungebildet und vulgär („Steht ein schwarzer Mann am Schwarzen Meer / Schiebt sich seine schwarze Vorhaut hin und her / Sieh da, man glaubt es kaum / Aus schwarzer Tube weißer Schaum.“ [7]). Dass Migranten von Zaimoglu als zwar irgendwie sympathische, aber doch in Bezug auf ihre Triebe ungezügelte Barbaren dargestellt werden, steht nur scheinbar im Widerspruch zu der Romantisierung des Fremden durch Beier, denn es handelt sich eben um edle Wilde, die – wenn auch voller Makel – wenigstens authentisch sind. Im über weite Strecken als kaum mehr literarisch zu bezeichnenden Text der Kölner Inszenierung geht eine Bemerkung wie die, die „Schweinischen“ (gemeint sind schwule Männer) seien „meist ausgemergelt wie Juden im Camp“ glatt unter. Ob Zaimoglu so etwas meinte, als er in einem Interview über „eine gewisse Musikalität und Publikumswirksamkeit“ [8] schwadronierte, die aus den Gesprächen mit Migranten, welche als Grundlage des Stückes gedient haben, resultiere? In einer Art schlechter Kopie des Realismus wird von Zaimoglu in Schattenstimmen auf Echtheit und Unmittelbarkeit gesetzt, diese jedoch nicht als Schein dekonstruiert, sondern als Ausdruck des Faktischen ontologisiert. Dass ausgerechnet Zaimoglu engagiert wurde, um ein Stück zu schreiben, zeigt, dass es Beier nicht nur darum geht, auf der Bühne Personal zu haben, dass ihr gefährliches Verständnis von Antirassismus und Toleranz umsetzt, sondern auch dahinter.

Das zeigt sich auch bei der Chefdramaturgin und damit Beiers Stellvertreterin Rita Thiele, die diesen Job in Wien und Berlin auch schon unter Claus Peymann ausgeübt hatte. Dass Thieles langjährige Zusammenarbeit mit Peymann auch etwas über ihre künstlerische Arbeit aussagt, ist evident. Peymann ist schließlich ein linker Kulturrevolutionär, der immer dann besonders laut schreit, wenn es gilt, den US-Präsidenten mit Hitler zu vergleichen, gegen irgendeinen „imperialistischen Krieg“ zu poltern oder sich wie Ende 2007 an die Seite des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad zu stellen, indem er ein Gastspiel des von ihm geleiteten Theaters im Schiffbauerdamm in Teheran zusagte. Ihm sei das Regime „egal und schnurz“, sagte Peymann damals und wies darauf hin, er mache ja in Berlin schließlich auch kein Theater für Klaus Wowereit. [9] Ein Regisseur, der keine Probleme damit hat, die Schauspielerinnen seiner Mutter Courage-Inszenierung auf Geheiß der iranischen Regierung mit Kopftüchern auf die Bühne zu schicken („Die Courage mit’m Kopftuch, das ist doch ganz toll“ [10]), ist sicher auch nach dem Geschmack von Karin Beier, forderte sie doch vor Beginn ihrer Intendanz: „Ich möchte einfach mal ein paar Kopftücher im Zuschauerraum sehen.“ [11] Und einmal hat sie Peymann immerhin schon auf der Bühne des Kölner Schauspiels begrüßen dürfen: Im März las er während des Literaturfestivals litCologne gemeinsam mit Roger Willemsen und Charlotte Roche Texte von – man ahnt es bereits – Ulrike Meinhof und dem Marquis de Sade.

Mit solch einem Antiimperialisten der Marke „Künstler gegen den Krieg“ zusammenzuarbeiten, geht nur, wenn man die politische Linie Peymanns grundsätzlich teilt. Rita Thiele ließ diese Übereinstimmung gleich in ihrer ersten Arbeit am Schauspiel Köln, in Hebbels Nibelungen, das die Intendatin selbst vorgelegt hatte, augenscheinlich werden. Nach gut zwei Stunden, die durch angenehmes Tempo und einige frische Regieideen durchaus einzunehmen wussten, blas der schwächliche, besoffene Wortführer im Stück plötzlich zur „Operation Enduring Freedom“ und seine Begleiter gaben allerlei aggressive Floskeln zum Besten. Schließlich stimmte die ganze Truppe „Tomorrow belongs to me“ an, einen Song aus dem Musical Cabaret, der seinerzeit dazu diente, den Aufbruch deutscher Nazis zu illustrieren. Die plump antiamerikanische Relativierung des Nationalsozialismus deutete Beier als eine „Begegnung mit Fremden und ihren Kulturen“, die gleichzeitig eine Kritik der „Ausdehnung der Macht“ des berüchtigten Weltpolizisten sei [12]. „Die Themen Ausländer, Globalisierung, Patriotismus werden so wirkungsvoll wie gefährlich durcheinander gerührt, dass man nur hoffen kann, es sei nicht ernst gemeint“, vermutete ein Rezensent des Deutschlandradios nach der Premiere zu Recht. Doch seine Hoffnung dürfte enttäuscht werden. Schließlich hat Beier sich nicht zum ersten Mal als Antiamerikanerin zu erkennen gegeben.

Bereits 2002 hat sie in Bochum Shakespeares Richard III. als Kritik an der Bushpolitik zum 11. September auf die Bühne gebracht. Sie ließ dort arabische Kinder ermorden, um auf die vermeintlichen Gräueltaten der Amerikaner in Afghanistan zu verweisen. Mit den Nibelungen knüpfte sie dann nicht nur an ihre eigenen Arbeiten an, sondern auch an eine alte Kölner Tradition, die bereits ihr Vorgänger Marc Günther begonnen hatte: In seiner so genannten „Amerika-Reihe“ waren damals verschiedene Inszenierungen gezeigt worden, in denen dem deutschen Theatergänger vorgeführt werden sollte, was die Amis doch für fiese Typen seien. Neben einer bühnengroßen US-Fahne, in der sich ein kleines Fenster öffnete, durch das man dann tumben Cowboys bei ihren rassistischen Bluttaten zusehen konnte [13], war sicher Thorsten Fischers Max Frisch-Inszenierung, in der „Biedermann“ George Bush die „Brandstifter“ Saddam Hussein und Osama Bin Laden einlud und daraufhin von Michael Moore belehrt wurde, ein Höhepunkt der Ideologieproduktion gewesen.

Dieser Antiamerikanismus passt sich prima in Beiers Gutmenschentheater ein. Doch so neu und visionär, wie die Intendantin nicht müde wird zu behaupten, ist ihr Konzept natürlich nicht: Der Regisseur Nuran David Calis hat z.B. in Essen und Hannover schon seit Jahren Erfolg mit Migrationsthemen (die er auch in Beiers erster Spielzeit mit dem Projekt Stunde Null Vol. I-III einbringen durfte). Und die Münchener Kammerspiele, die seit Beginn der Intendanz Frank Baumbauers im Jahre 2001 so etwas wie eine Brutstätte antiimperialistischer Scheußlichkeiten sind, haben beispielsweise mit „Problemjugendlichen“ aus dem Stadtteil Hasenbergl das Projekt Bunnyhill ins Leben gerufen, eine lose Veranstaltungsreihe, in der die jungen Leute „aus schwierigen Familienverhältnissen, […] von sozialen Problemen geprägt, fremd […] in einer Gesellschaft, die gebetsmühlenartig nichts anderes zu fordern weiß als Integration“ [14], auch gern mal die Einrichtung auseinander nehmen. Auch sonst haben die Münchener Spielpläne der letzten Jahre viel zu bieten, was jetzt auch in Köln an der Tagesordnung zu sein scheint: ob Hamlet im Palituch oder George W. Bush und Donald Rumsfeld beim Analsex in der Orestie – kein feuchter Traum der Linken ist zu platt, um hier nicht auf die Bühne gebracht zu werden. Kein Wunder also, dass Beier hier gern gesehener Gast ist und Baumbauer auch ausdrücklich als Vorbild benennt. [15]

Regression, die als linker Fortschrittsirrtum daherkommt, ist bekanntermaßen nichts Seltenes in der deutschen Theaterlandschaft: Am Hamburger Schauspielhaus hatte jüngst eine Bühnenfassung der filmischen Verherrlichung des Selbstmordattentates, Paradise now, Premiere, in Stuttgart und Dresden inszeniert der selbst ernannte Brechtnachfolger Volker Lösch beharrlich Stücke, in denen wütenden völkischen Mobs eine Stimme verliehen wird. Nach arbeitslosen Sachsen, die Mordfantasien über Politiker zum Besten geben durften, waren jüngst moslemische Schwäbinnen an der Reihe, die als kollektive Medea über den Islam in seiner deutschen Ausprägung Zeugnis geben durften. Dass Lösch damit auch in Köln willkommen sein wird, ist durchaus zu erwarten.

In der kommenden Spielzeit steht für Karin Beier allerdings zunächst alles unter dem Motto „60 Jahre Deutschland“. Und auch wenn Regisseure wie Schorsch Kamerun oder Anna Viehbrock bislang der Deutschtümelei eher unverdächtig waren, lässt der Ankündigungstext zum geplanten Projekt 60 Years, der Israel und Deutschland als „zwei junge Staaten, die aus demselben schrecklichen Ereignis hervorgegangen sind, […] die sich […] gleichen Themen stellen müssen: der Migration, der Integration, dem Nebeneinander verschiedener Religionsgemeinschaften, der sozialen Kämpfe und der nationalen Identität“ [16] beschreibt, wahrlich nichts Gutes vermuten.


Anmerkungen:

[1] Immanuel Kant, Mutmaßlicher Anfang der Menschengeschichte, in: ders., Werke, Band XI, Frankfurt/M. 1977.

[2] Karin Beier im Interview mit dem domradio am 7. Oktober 2007.

[3] Vgl. etwa „Man muss sich was trauen“. Karin Beier im Gespräch mit Marion Meyer, in: Westdeutsche Zeitung vom 27. April 2007 und unzählige weitere Interviews in der deutschsprachigen Presse des vergangenen Jahres.

[4] Zitiert nach www.schauspielkoeln.de/stueck_archiv.php?ID=62&tID=.

[5] Bos, Christian, Glaubenssuche im Kinoparkhaus, in: Kölner Stadtanzeiger vom 13. Januar 2008.

[6] Vgl. beispielsweise Zaimoglu, Feridun, Mein Deutschland, in: Die Zeit 16/2006.

[7] Feridun Zaimoglu/Günter Senkel, Schattenstimmen, in: Theaterheute Juli 2008.

[8] Zaimoglu im Gespräch mit Eva Behrendt und Franz Wille, in: Theaterheute Juli 2008.

[9] Claus Peymann im Interview mit Radio Eins, 8. Februar 2008. Zitiert nach: bluetenlese.wordpress.com/2008/02/16/titten-in-teheran-subversion-mit-kopftuch.

[10] Ebenda.

[11] Zitiert nach Zimmermann, Hans-Christoph, Wer spielt den schwarzen Mann?, in: Freitag vom 21. Juni 2006.

[12] „Die Nibelungen haben nichts mit deutschen Tugenden zu tun“. Karin Beier im Gespräch mit Stefan Keim, in: Die Welt vom 10. Oktober 2007.

[13] Tennessee Williams, Orpheus steigt herab. Regie: Michael Talke.

[14] Bicker, Björn, Bunnyhill. Eine Staatsgründung, in: dramaturgie 2/2005.

[15] Vgl. „Ich muss Leben wie ein Sportler“. Karin Beier im Gespräch mit Andreas Willink, in: K.West. Oktober 2007.

[16] Schauspiel Köln (Hrsg.), Spielzeitbroschüre 2008/2009.