Ausgabe #3 vom

Editorial

In eigener Sache

Die Satirezeitschrift Pardon bemerkt unter der Überschrift Der Islam, das deutsche Wesen treffend (3/06): „Es ist ein Missverständnis anzunehmen, die muslimische Welt wäre durch Karikaturen beleidigt worden. Sie sind immer beleidigt. Sie sind bereits beleidigt, bevor etwas passiert. Die Demonstranten wussten nicht, dass sie mit Karikaturen beleidigt worden waren, sie haben es erst vom lokalen Arafat erfahren, der mangels politischer Kompetenz den örtlichen Khomeini macht. Nicht beleidigt zu reagieren und nicht zur Demonstration zu gehen, ist jedoch keine Option; eine solche individuelle Auslegung der Anweisungen ist kein Bestandteil der dortigen Kultur.“ Abgesehen von den Tücken der deutschen Sprache ist es doch erstaunlich, zu welch vernünftigen Einsichten das Blatt aus Jena in schöner Regelmäßigkeit gelangt. Viel kontinuierlicher noch als die Titanic macht es sich über den Islam, seine Gotteskrieger und multikulturellen Freunde lustig - die einzig sinnvolle Reaktion auf den zum Krieg treibenden Opferwahn der Anhänger des Propheten. Wie die Deutschen seit je beklagen, Opfer der Franzosen, Bolschewisten, Juden, Amerikaner etc. zu sein, so fühlen sich auch die Moslems als bloße Spielfiguren in einer fremden und bösartigen Inszenierung verschwörerischer Fieslinge. Es nimmt daher nicht wunder, dass sich Deutsche und Moslems immer besser verstehen, auch abseits vom „Rat der Religionen“, den Oberbürgermeister Schramma nun in Köln einberufen will, um das weltoffene Klima der Domstadt aufrecht zu erhalten. Deutsche und Moslems zusammen an einem Stammtisch, das ergibt schon lange einen ewig währenden Monolog*: 
 
  A: „Warum wird dem deutschen Volk so viel auferlegt? Das deutsche Volk trägt heute keine Schuld.“ 
  B: „Ich spüre da aus jeder Silbe die wahnsinnige Furcht, etwas Falsches zu sagen.“ 
  A: „Warum darf das deutsche Volk nicht das Recht haben, sich zu verteidigen?“ 
  B: „Nation bedeutet nicht Angriff, sondern Verteidigung. Bedeutet zum Beispiel auch Widerstand gegen die Nivellierungen des globalen Marktes.“ 
 A:
 „Zu sagen, da s wir die Welt, so wie sie ist, akzeptieren sollen, bedeutet, dass die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs noch 1000 Jahre Siegermächte bleiben, und dass das deutsche Volk noch 1000 Jahre erniedrigt werden muss.“ 
  B: „Im Vergleich zum Britischen Empire waren wir ein sehr friedliches Volk. Und sind es wieder. Es waren die Engländer, die gerade in den Irak-Krieg zogen, nicht die Deutschen.“ 
  A: „Warum werden die Verbrechen einer Gruppe so betont, anstatt vielmehr das große deutsche Kulturerbe herauszustellen?“ 
  B: „Wir haben auch tausend Jahre was anderes gemacht. Große Musik, große Dichtung, große Kunst. Den kategorischen Imperativ gedacht und das Penicillin erfunden.“ 
  A: „Wir sind ein zivilisiertes und kulturreiches Volk, unsere Geschichte zeigt, dass wir niemals irgendein Land angegriffen haben.“ 
 
 Und wenn sich dann noch die Linken einklinken, multipliziert sich das autoritäre Gebaren ins Unendliche. So meinte der Antirassist Lysis aka Georg Klauda in seinem Internetblog die Ausbürgerung Ayaan Hirsi Alis zum Anl ass nehmen zu müssen, diese wegen ihrer Kritik am Islam als „kleine Schwindlerin“ und „dumme, rassistische Schranze“ zu beschimpfen. Der deutsche Denunziant lacht sich ins Fäustchen und bastelt fleißig an einer neuen „Islamophobie-Definition“ mit der er die Staatsorgane nur allzu gerne einmal dazu bewegen würde, endlich gegen jene Freunde Hirsi Alis vorzugehen, die wie sie einen „ideologischen Kreuzzug gegen den Islam“ führen. Wie jeder autoritäre Charakter weiß auch Georg Klauda, dass die Starken - also der Staat und sein Personal - auf seiner Seite sind. Und genau hier liegt das Problem: Wäre Klauda nur ein vereinzelter, eifrig Tag und Nacht in Internetforen abhängender Verrückter, gäbe es kein Problem. Doch er ist in seiner ganzen intellektuellen Armseligkeit ein Ausdruck dessen, was die Mehrheit denkt. Das zu ändern, dazu wollen wir auch mit dieser Ausgabe wieder einen Beitrag leisten. 
 
 Redaktion Prodomo Köln
 Köln, Juni 2006
 
  * Person A wird gesprochen vom iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad (zitiert nach dem Spiegel 22/06), Person B von Matthias Matussek, seines Zeichens Autor des Machwerkes Wir Deutschen und Vertreter des modernen Deutschlands (zitiert nach der FAS vom 28.05.06).