Ausgabe #14 vom

K(l)eine Kompromisse

Ein Sammelband über den iranischen Aufstand und die Apathie der westlichen Welt

MATHEUS HAGEDORNY

In einer Weltgemeinschaft, deren Menschenrechtshüter die polizeilichen Schlägerbanden Teherans zum korrekten Gebrauch des Knüppels mahnen [1], tut eine rücksichtslose Schmähung der internationalen Beschwichtigung der Islamischen Republik Iran Not. Mit dem von Thomas von der Osten-Sacken, Alex Feuerherdt und Oliver Piecha herausgegebenen Sammelband Verratene Freiheit. Der Aufstand im Iran und die Antwort des Westens liegt eine solche nun vor. Das Buch möchte explizit keine wissenschaftlich differenzierte Beschreibung der Islamischen Republik Iran sein, sondern eine parteiliche Interventionsschrift, die auch den Gebrauch des gewichtigen Wortes „Freiheit“ nicht scheut, wenn sie die Ansprüche an die Loslösung Irans von jihadistischem Tugendterror und seinen antiimperialistischen Fürsprechern in Caracas, Duisburg oder Ankara formuliert. Bei diesem im Verbrecher Verlag erschienenen Buch, dessen Autorenkreis antideutsche Ideologiekritiker, Neokonservative, Exil-Iraner linker und klerikaler Provenienz, Liberale und NGO-Vertreter umfasst, muss die Verheißung auf „das gute Leben und die Freiheit“  [2] äußerst unterschiedlich ausfallen.

Die westliche Freiheit, deren Fundamente man mit den Schlagworten der Gleichheit der Subjekte, mehr oder minder repräsentativer Demokratie und Säkularismus umreißen könnte, scheint so etwas wie die gemeinsame Grundlage zu sein, auf die sich alle Autoren einigen können (sollen). Johannes Knauss [3] hat in seiner vorzüglichen Rezension treffend festgehalten, dass die Herausgeber leider den Begriff „Freiheit“ völlig unbestimmt lassen, womit er zur hohlen Phrase zu verkommen droht. „Freiheit und Demokratie“ [4] bleiben trotz aller chiffrierter Distanz unkritisch als Maximen stehen. Es ist wahrscheinlich ein konzilianter Versuch, den nebeneinander stehenden antideutsch-kommunistischen bis liberal-antikommunistischen Beiträgen durch den gemeinsamen radikal islamischen Gegner eine Klammer zu geben. Der grundlegende Antagonismus steckt dabei in der Sache, so dass „das gute Leben und die Freiheit“ trotz der Spannungen durchaus angemessen gegen die „Friedhofsruhe“ gesetzt werden, die den jenseitigen Heilsversprechen der Islamischen Republik gemäß „dem großen Weltenbrand folgen möge, dessen Flammen alles verschlingen sollen, was der Abweichung auch nur verdächtig ist.“ [5]

Deswegen ist es die Methode des Buches, der Analyse der iranischen Revolte die Betrachtung der westlichen Staaten voranzustellen, worauf sich allerdings folgende Fragen stellen: Stehen die „uneingelösten“ Glücksversprechen der bürgerlichen Gesellschaft, deren Realisierung im Kapitalismus nicht für alle und damit unmöglich ist, durch die iranische Revolte tatsächlich „wieder an der Tagesordnung“?[ 6] Oder ist der Westen nur noch eine Illusion, die weder Macht, noch Anhänger hat und somit keine universellen Ansprüche geltend machen kann?

Tjark Kunstreich schreibt in seinem Beitrag über die okzidentale „Sehnsucht nach einem guten Islam“ vom „kultursensiblen Schweigen“ [7] über die schiitische Tyrannei. Er lässt das Anfangsszenario der islamischen Revolution von 1979 Revue passieren und benennt die von der Linken forcierte antiimperialistische Ausmanövrierung einer damals greifbaren iranischen bürgerlichen Republik als Schlüsselereignis, das das Schlachtfest der Khomeiniherrschaft ermöglichte. Kunstreichs Begriff des Westens und seiner Freiheitsverheißung kennt keinen geografischen Fixpunkt und findet bei den Bad-Hijabs [8] Teherans im Gegensatz zu den antirassistischen und antisexistischen Sittenpolizist_innen der Bundesrepublik noch Anhänger.

Ein hierzulande als militant verfemter westlicher Universalismus, den Michael Rubin in seiner Apologie des amerikanischen Neokonservatismus formuliert, redet noch von „Lösungen“ [9] für den Iran, wo er in Wahrheit schon längst auf den konsensualen Popanz des ewigen Friedens zwischen den selbstbestimmten Nationen hinaus möchte. Und weil es die aktuellen „Sicherheitsinteressen der USA“ [10] verlangen, folgt Rubin Barack Obama in den Dialog und zerschlägt nebenbei die - zumeist argwöhnisch aufrecht erhaltene – Illusion, dass die Neocons es konsequent idealistisch mit der Verbreitung von bürgerlichen Republiken halten.

Als Antithese attackiert Uli Krug die amerikanischen Pragmatiker einer Balance of Power, welche für den Erhalt des globalen Gleichgewichts mit den ärgsten Terrorregimes des Nahen Ostens auf die Wippe steigen wollen und verfolgt diese Tradition „realistische[r]“ US-Außenpolitik der Demokraten [11] bis zur Präsidentschaft Jimmy Carters zurück. Die USA werden in Krugs Panorama als Weltmacht beschrieben, die die antisemitische Mordlust der Islamischen Republik Iran momentan mit „väterlichen Ermahnungen“ [12], sprich: Obamagic, bremsen wollen.

Während in den USA über die entschiedene, womöglich militärische Bekämpfung der islamischen Despotie(n) noch intensiv gestritten wird, steht am Ende von Stephan Grigats und Simone Hartmanns Erörterung der deutsch-iranischen Beziehungen nicht weniger als die geopolitische Kontingenz von antijüdischem Jihadismus und einer von Deutschland mitgetragenen Revision der internationalen Nachkriegsordnung.

Es bleibt dem Leser überlassen, aus diesem Aufsatz-Arrangement die nahe liegende Schlussfolgerung zu ziehen, dass es mit den Exponenten des Westens nicht (mehr) weit her ist. Der Konflikt zwischen liberalem Völkerrechtsidealismus und seiner ideologiekritischen Überschreitung, die den notwendig gewalttätigen Charakter zwischenstaatlicher Beziehungen denunziert, wird aber wegen des unvermittelten Nebeneinanders der Positionen kaum entfaltet.

Der Herausgeber Oliver Piecha versucht zum Abschluss des ersten Teiles noch in einer zwischen Reportage und globalem Sittenbild changierenden Dreingabe den Abschied der Intellektuellen vom zwanzigsten Jahrhundert und vom Iran zu skizzieren. Es mag als origineller Beitrag gemeint sein; über den Westen und seine kritische Ausdeutung erfährt man aber leider kaum etwas und hat Ähnliches an passenderer Stelle, nämlich der ebenfalls von Piecha verfassten Einleitung, lesen können.

Das Motiv vom Widerspruch hedonistischer Lebensbejahung auf der einen und der Todesverfallenheit der radikal islamischen Bagage auf der anderen Seite drängt sich in den Kritiken der iranischen Gesellschaftsorganisation auf, die den zweiten Teil des Buches bilden.

Gerhard Scheits Beitrag Moral chaos against terror chaos betont - in Übereinstimmung mit Fathiyeh Naghibzadehs wertvoller Analyse des Geschlechterverhältnisses -, dass die Islamisierung der iranischen Öffentlichkeit die Zelebrierung von bis dahin nur privat möglichen Handlungen zum subversiven Akt macht. In der Tat fordert das nur locker umgeschlungene Kopftuch das totale Patriarchat da heraus, wo sexuelle Konformität verlangt wird und die iranischen Frauen ihren Leib als Soldatin Allahs hergeben sollen. Naghibzadehs Feststellung, dass die „reaktionäre Institution Familie“ dagegen zum Asyl der relativen individuellen Freiheit [13] erwächst, korrespondiert mit Scheits Bild vom „Aufstand der Privatheit“ [14]. In diesen beiden Analysen wird heraus geschält, wo die Keimform der Partei der Aufklärung im Iran liegt.

Es gibt also von Anbeginn der islamischen Umwälzung 1979 strukturell „Risse" im System [15], von denen Ali Schirasis historischer Abriss über die Vorläufer des Green Movement leider nur redet, sie aber nicht qualifiziert, weil er von den organisatorischen Keimen einer Bewegung, und eben nicht vom vergesellschafteten Individuum ausgeht. Scheits und Naghibzadehs Blick auf den gegen seine öffentliche Domestizierung ankämpfenden Einzelnen bewahrt dagegen das theoretisch Unhintergehbare, auf das jede kritische Anstrengung zurückgeführt werden muss.

Die analytische Skizze, das Talking about revolution von Feuerherdt u.a. ist besonders dort verdienstvoll, wo sie sich der zunehmenden Kluft zwischen der schiitischen Geistlichkeit in Qom und den Apokalyptikern um Mahmoud Ahmadinejad und Ali Khamenei zuwendet. Die Bezeichnung der totalen Herrschaft im Iran etwa als „Mullah-Regime“ oder monolithischer „Gottesstaat“ ist demnach hinfällig. Denn ohne in Sachen Frauenverachtung, Schwulenhass und antiwestlichem Ressentiment grundlegend anders zu denken, neigt ein beträchtlicher Teil der Mullahs im spirituellen Zentrum Qom zum Rückzug des Sakralen aus den Institutionen der Republik bzw. zur Säkularisierung. Diese Uneinigkeit untergräbt Ahmadinejads Rolle als irdischer Organisator des Mahdi-Comebacks [16], das er durch die Entfesselung des antijüdischen Kriegs und den anhaltenden Tugendterror beschleunigen möchte. Die Autoren folgern aus der seit Anbeginn der Islamischen Republik bestehenden „Herrschaft des Bandenwesens“ [17], dass die subversive Zersetzung durch die oppositionelle schiitische Theologie die Krise „dynamisiert“ [18].

Ansatz zur theoretischen Erfassung der iranischen Willkürherrschaft ist auch hier die von Scheit konstatierte „Gewalt ohne Monopol“ [19], welche einem antisemitischen Burgfrieden von sich schlagenden und sich vertragenden Jihadisten entspricht. Eine mögliche militärische Auseinandersetzung mit Israel, das den nuklear ausgeführten „finalen Gewaltakt“ [20] der islamischen Apokalyptiker mit Kernwaffen beantworten könnte, wird allenfalls am Rande gestreift. Dabei wäre es doch wesentlich, gerade das Verhältnis der iranischen Opposition zum antisemitischen Kitt des Regimes zu diskutieren, der die revoltierenden Iraner zu Beiwohnern einer antizionistischen Selbstmordsekte macht. Dass jede totalitäre Anmaßung gegen die freiheitsliebenden Iraner eine judenfeindliche Grundierung hat, die den auswärtigen mit dem inneren Feind vermengt, wäre die wichtigste Einsicht. Eine aus dem Durchschauen der Ideologie erwachsende Solidarität mit Israel, das mit den vom Regime Drangsalierten dieselben todessüchtigen Feinde teilt, wäre ein zu untersuchendes Kriterium zur Bewertung des revolutionären Potenzials der Proteste gewesen.

Wahied-Wahdat-Hagh weiß von einem weiteren, die schiitische Identität konstituierenden Feind zu berichten, nämlich den als Islam-Abtrünnige verfolgten Bahai. Das außerhalb Irans weithin unbekannte Kesseltreiben gegen sie bringt ins Bewusstsein, wie der Hass auf die Bahai-Glaubensgemeinschaft als vermeintlich zionistische Agentur [21] und ausländische Entität mit dem seit jeher im Iran bestehenden Antisemitismus kurzgeschlossen wurde und wird. Wahdat-Hagh legt eine verfolgungswahnsinnige Tradition frei, die seit Gründung jener aus der Schia entsprungenen Sekte im 19. Jahrhundert zum – auch säkularen - iranischen Allgemeingut geworden ist. Dieser erhellende Aufsatz regt außerdem dazu an, bestimmte Elemente der jihadistischen Ideologie nicht als etwas 1979 über die persische Kultur Hereinbrechendes zu betrachten, wie es im Bezug auf die Geschichte des Landes immer wieder zu vernehmen ist.

Das bemerkenswerte Interview mit dem islamischen Dissidenten Mehdi Haeri bildet den Abschluss der Untersuchungen der iranischen Gesellschaft. Haeri hebt den subversiven Strang der schiitischen Theologie hervor, der neben dem Khomeinismus ein ständig unterlegener Begleiter der islamischen Gesellschaft war und ist. Für Haeri ist die Islamische Republik keineswegs schiitisch – eine Aussage, die man bezweifeln mag, die aber doch Aufschluss darüber gibt, dass sich auch durch das schiitische Lager selbst ein tiefer Riss zieht. Einen einstmaligen Teilnehmer der islamischen Revolution die europäische Ignoranz gegenüber der radikal-islamischen Barbarei zerlegen zu sehen, gehörte jedenfalls zu den vergnüglichsten Momenten der Lektüre. Dieses Gespräch stößt erneut darauf, wie antiwestlich und töricht die europäische Öffentlichkeit mit ihrem „Minimum an Freiheit“ (Franz Neumann) umgeht, so dass sie beim Streit um das Verständnis individueller Freiheit sogar von schiitischen Theologen vorgeführt werden kann.

Zum Abschluss präsentiert das Buch im Regime Change benannten Teil eine positive Beilage mit Utopien von Hannes Stein und Hans Branscheidt. Solche Phantasien machen die Menschen zum toten Material ihrer Wunschträume. Während sich Steins Utopia überwiegend den ganz profanen Vorzügen des leiblichen Genusses hingibt und noch am (im Frühjahr 2010) politisch Greifbaren entlang phantasiert, gerät Hans Branscheidts Traum von den Greater Near East Territories 2085 dann zur bloßen Zukunftsmusik einer good governance.

Wo Demokratie als gesellschaftliches Leitbild an einigen Stellen des Buches etwas unvermittelt dasteht, findet sie beim NGOler Branscheidt ihre definitive ideologische Verewigung. So haben in seiner ersehnten Gesellschaft, die als quasi kommunistische „Association freier Menschen“ eingeführt wird, „gewisse Staatlichkeiten aus rein pragmatischen Gründen“ [22] immer noch ihren vermeintlich unvermeidlichen Platz. Die Lektüre suggeriert dem mit den gewaltträchtigen Begleitumständen einer Revolution hadernden Leser die falsche Hoffnung, das Problem ließe sich auf jeden Fall gewaltlos lösen. Von der Möglichkeit einer militärischen Auseinandersetzung wird bei den vorgelegten Ideen zum Regime Change überhaupt nicht gesprochen. Stattdessen drückt Hannes Stein von der historischen Ersatzbank aus die Daumen, wenn er darauf hinweist, dass doch schon die Osteuropäer den Realsozialismus ohne Blutbäder gegen die Marktwirtschaft eingetauscht haben.

Selbst bei wohlwollender Betrachtung kann man den Regime Change-Abschnitt daher nur als illusorisch bezeichnen. Schlimmer noch: Im Stile eines Happy End wird von den Autoren eine erträgliche, falsche Versöhnung mit der bitteren Wirklichkeit evoziert, anstatt das Versagen der westlichen Welt bezüglich der islamischen Barbarei im Iran, und insbesondere die deutsch-jihadistische Kollaboration als Abschluss, als schwärende Wunde und als Mahnung zum Protest stehen zu lassen. Der dramaturgische Erlösungs-Effekt wird durch die Positionierung der Texte am Ende des Buches verstärkt, wo die weitgehend misslungenen Fiktionen einem Et hätt noch immer jot jejange-Gefühl nach den vorherigen bitteren Erkenntnissen Vorschub leisten.

Dieser Teil stößt deswegen so auf, weil Verratene Freiheit ansonsten lesenswerte Beiträge enthält. Der Rest des Buches ist durchaus als gute Einführung in die aktuelle iranische Krise zu lesen und vertieft viele eher oberflächlich bekannte Sachverhalte. Verratene Freiheit denunziert durchaus treffend die Apathie der westlichen „Staatengemeinschaft“, wenn auch dieser Terminus sowie andere Ideologeme der liberalen Befreiungsideologie nicht bzw. nicht entschieden genug zurückgewiesen werden. Dies liegt nicht zuletzt im pluralistischen Konzept begründet, in dem auch Henryk Broder als prominenter Grüßaugust den Leser einstimmen darf, was wohl dem erklärten Anspruch geschuldet ist, möglichst vernehmlich in die öffentliche Debatte einzugreifen. Denn beim Verbrecher Verlag, der mit der linksradikalen Wochenzeitung Jungle World verbandelt ist, bleibt die angestrebte Intervention ansonsten noch chancenloser dabei, jenes Publikum anzusprechen, das es so bitter nötig hätte, mit diesen zumeist marginalen Kritiken der deutschen resp. westlichen Iranpolitik konfrontiert zu werden.

Ob es als ideologiekritische U-Boot-Taktik gemeint ist oder nicht: das Buch verzichtet [23] auf mit Faktenreihungen arbeitende „Beweisführungen“ gegen eine kulturrelativistische, pazifistische Verblendung, die von bekannten Grausamkeiten des Regimes ohnehin nicht beeindruckt wird, weil ihr jede westlich gesinnte Umwälzung – insbesondere eine von außen - immer noch das größere Gräuel ist.

Verratene Freiheit ist, obschon es „ganz einseitig und deshalb auch kompromisslos“ [24] für die Freiheit der Iraner streitet, nicht von blinder Begeisterung für eine - weiterhin diffuse - „Grüne Bewegung“ getragen. Bei den Bedingungen für eine aktuelle Befreiung („liberale, bürgerliche, parlamentarische, föderale Demokratie“) [25] des Irans ist der Sammelband definitiv, bei der Qualifizierung eines etwaigen revolutionären Bruchs mit dem Islam (Freundschaft zu Israel, Ent-Täuschung über den Charakter einer Republik Iran) jedoch deutlich weniger entschieden.

Trotz dieser Kritikpunkte ist es ein lesenswertes Buch, das den Vorzug besitzt, wie versprochen im akademischen Betrieb – zumindest momentan - nicht brauchbar zu sein, weil es ihm um umfassende Veränderung zu tun ist.

Verratene Freiheit. Der Aufstand im Iran und die Antwort des Westens, hrsg. v. Th. v. d. Osten-Sacken, O. M. Piecha u. A. Feuerherdt, Verbrecher Verlag, Berlin 2010, 14 €.

Anmerkungen:

[1] So forderte Amnesty International im Juli 2009 die Regierung der Islamischen Republik Irans auf, deren politische Existenz maßgeblich von Terror und Wahlmanipulationen zusammengehalten wird, „[s]ofortige Maßnahmen zu ergreifen, um die exzessive Ausübung von Macht und Gewalt zu beenden, die durch die Polizei, die paramilitärischen Kräfte (Bassidschi) oder andere Regierungsagenten gegen Menschen ausgeübt werden, die ihr Meinungs- und Versammlungsrecht wahrnehmen.“  (http://www.amnesty.uni-kiel.de/index.php?id=57,0,0,1,0,0)

[2] Verratene Freiheit. Der Aufstand im Iran und die Antwort des Westens, hrsg. v. Th. v. d. Osten-Sacken, O. M. Piecha u. A. Feuerherdt, Berlin 2010, S. 29.

[3] Johannes Knauss, Welche Freiheit?, in: Cee Ieh, Nr. 178/2010, unter: http://www.conne-island.de/nf/178/16.html.

[4] Verratene Freiheit, S. 25.

[5] Ebd. S. 23.

[6] Ebd., S. 29.

[7] Ebd., S. 40.

[8] Bad-hijab bedeutet, dass eine Frau schlecht verschleiert ist, enge Kleidung trägt oder zu viel Haar sehen lässt.

[9] Verratene Freiheit, S. 89.

[10] Ebd., S. 76.

[11] Ebd., S. 97.

[12] Ebd., S. 99.

[13] Ebd., S. 186.

[14] Ebd., S. 137.

[15] Ebd., S. 214.

[16] Der Zwölfte Imam, der laut der iranischen Verfassung das Staatsoberhaupt ist, ist eine messianische Figur der Schia. Der auch als „Mahdi“ bezeichnete Nachfolger des Propheten Mohammed soll sich aktuell lediglich verborgen halten und erst nach einer großen Katastrophe, deren konkreter Inhalt in der Schia kontrovers ist, ein Reich des Friedens inklusive Totenerweckung erwirken. Anzeichen für das baldige Kommen des Mahdi sind laut dem offiziellen Dokumentationszentrum der Islamischen Revolution „die Weltarmut, die Verbreitung von Krankheiten wie Aids, sowie die Häufung von Naturkatastrophen wie Erdbeben“. Diese für die aktuelle Regierung Irans ideologisch unerlässliche Verelendungsphilosophie gibt sehr gut die Untergangssehnsucht des Regimes wieder. (http://www.welt.de/debatte/kolumnen/Iran-aktuell/article7789307/Khomeinisten-fordern-islamische-Weltregierung.html)

[17] Verratene Freiheit, S. 152.

[18] In eine sehr ähnliche Richtung verweist auch Esther Marians Analyse der iranischen Revolte: Moschee des Schadens, in: Prodomo. Zeitschrift in eigener Sache, Nr. 13/2010, S. 25-45.

[19] Verratene Freiheit, S. 134.

[20] Ebd., S. 170.

[21] Ihr spirituelles Zentrum liegt in Haifa, Israel.

[22] Verratene Freiheit, S. 259.

[23] Mit Ausnahme einer Chronik der Ereignisse seit der Präsidentenwahl im Iran am 12. Juni 2009, deren Sinn sich mir nicht ganz erschlossen hat. Solch eine Korrektur der medialen Zerrbilder hat keine Chance, tagtägliche Propaganda einzuholen. Gerade weil die Herausgeber sehr richtig erkennen, dass die „Gegeninformation“ der freiheitsliebenden Iraner im Internet organisiert und institutionalisiert wird, ist die notwendige Gegendarstellung zur Desinformation in einem Buch falsch untergebracht, da die Chronik nur bis zum 31. Dezember 2009 reicht, diesbezüglich jeden Tag älter wird und sie die Lüge erst recht nicht einholen kann, da diese auf anderem publizistischen Terrain agiert.

[24] Verratene Freiheit, S. 29.

[25] Ebd., S. 25.