Ausgabe #11 vom

Editorial

In eigener Sache

Liebe Leserinnen und Leser, als einige Mitglieder dieser Redaktion einer Einladung der Ditib folgten und an der Festveranstaltung „zum symbolischen Moscheeabriß“ teilnahmen, obwohl nicht mit einem Glas Sekt zum Anstoßen zu rechnen war, stellte sich angesichts der ersten Löcher, die in den alten Ditib-Komplex geschlagen wurden, eine gewisse Fröhlichkeit ein. Denn verdrängt man einen kurzen Moment, dass in einigen Jahren an Ort und Stelle eine „Monster-Moschee“ (Express) stehen wird, dann ist der jetzige Schutthaufen an der Venloer Straße durchaus ein hübscher Anblick.

 Weniger hübsch ist, dass Köln-Ehrenfeld, wo das Ungetüm stehen wird, in den letzten Monaten zu einem Aufmarschgebiet für heimische Taliban geworden zu sein scheint. Rund um ein in der Nähe der alten Moschee gelegenes Kampfsport-Studio und einen Fachmarkt für islamisch korrekte Hochzeitsgewänder patrouilliert seit neuestem der prominente Ex-Boxer und heutige Hardcore-Moslem Pierre Vogel aka Abu Hamza mit seiner Bande. Lange, rot gefärbte Bärte, Windelhosen und die entsprechenden Kopfbedeckungen signalisieren jedem und vor allem jeder, dass Vorsicht geboten ist, damit keine „religiösen Gefühle“ verletzt werden. 

 Dass die Antifa zwar brav jeden Monat gegen die 30-Mann-„Mahnwachen“ von Pro Köln demonstriert, aber sich an der Präsenz der Bärtigen nicht stört, wurde wieder einmal deutlich, als die Kölner Zivilgesellschaft anlässlich des zweiten Versuchs der Rechtspopulisten, einen „Anti-Islam-Kongress“ durchzuführen, den Schulterschluss mit rund 150 Anhängern der Hamas und einer Gruppierung namens „Muslime gegen Rechts“ einging. Der tausendfach verteilte Flyer letzterer Gruppe hat es in sich: Zwei Fotos sind übereinander montiert, das erste zeigt ein Foto von KZ-Insassen, darüber die Textzeile „Deutschland 1939“; darunter ein Bild von Guantanamo-Häftlingen, versehen mit dem Text „Deutschland 2019?“ In der Mitte dann der unvermeidliche Slogan „Wehret den Anfängen!“ Wer da die Muslime als die neuen Juden darstellt, die wohl bald in den Vernichtungslagern auf Kuba landen, ist kein geringerer als der neue Kiezmilizionär – Pierre Vogel.

 Dass angesichts dieses Szenarios eine militant antiislamische Antifa notwendig wäre, versteht sich zwar von selbst, dürfte aber dennoch ein Wunschtraum bleiben. Denn en Kölle simma tollerant
 
 Die Redaktion
 
 Köln, Juni 2009